Crowdinvesting
Crowdinvesting: Hier kann Jedermann investieren
Für alle Neuerungen gibt es zu Beginn eine "zündende Idee", so auch beim "Crowdinvesting". Das englische Substantiv "Crowds" bezeichnet Menschenmassen, Massenaufläufe oder Schwärme. Die Ursprungsidee stammt aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", den Vereinigten Staaten von Amerika, wo inzwischen auch nicht alle Bäume strack in den Himmel wachsen. Das Modell entstammt der Szene der Kreativen und Kulturverbundenen. Um ehrgeizige, schwer zu finanzierende Dokumentarfilme, alternative Standort-Magazine, Fotoausstellungen u. ä. zu finanzieren, nutzen diese bereits seit Jahren das Internet, indem sie auf nationalen "Crowdfunding"-Plattformen erfolgreich "kleines Geld" für die Durchführung ihrer Nischenprojekte einsammeln.
Mikro-Finanzfonds in Europa angekommen
Inzwischen ist die aus solchen Anfängen geborene Form des Mikrofinanz-Fonds auch in Europa angekommen. Erste deutsche Fonds dieses Zuschnitts sind bereits existent. Für das Jahr 2011 konnte die neue Investitionsform bereits ein dynamisches Wachstum vorlegen. Die Tendenz ist anhaltend. Blieb der Weg zur Investition in aufstrebende Jungunternehmen bisher weitestgehend den bereits im Markt etablierten Risiko-Kapitalfonds und ihrer kapitalkräftigen Klientel vorbehalten, so bietet Crowdinvesting nun eine Investitionsplattform für Kleininvestoren, denn das Besondere ist, dass hier jedermann investieren kann. Vergleicht man diese Anlageform mit dem auch für Privatinvestoren konzipierten Private Equity Fonds Investment, so ist insbesondere die Transparenz des Crowdinvesting augenfällig. Hier weiß der Kleinanleger genau, in welches Unternehmen er sein Kapital investiert.
Portale bieten Basis für Anleger und Suchende
Interessierte Anleger sondieren im Internet zunächst eines der in Frage kommenden Crowdinvesting-Portale und nehmen dort ihre Registrierung als potenzielle Anleger vor. Plattformbetreiber und externe Fachleute rekrutieren Erfolg versprechende Startup-Unternehmen, die sich wie auf einem Videokonferenz-Portal vorstellen per Videofilm auf dem Portal vorstellen. Potenzielle Anleger können auf diesem Wege das Unternehmenskonzept, die Business- und Finanzpläne direkt einsehen. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich mit einer Investitionssumme ab 250 Euro am Unternehmen seiner Wahl beteiligen. Fiskalisch greift die Regelung der "stillen Beteiligung", bei der Gewinne aus der Unternehmensbeteiligung mit 25 Prozent pauschal zu versteuern sind. Eine Nachschussverpflichtung entfällt. Ist ein Startup nicht von Erfolg gekrönt, so geht dem Crowd Investor lediglich seine Initialinvestition verloren.
Mindestlaufzeiten bis zu sieben Jahre
Aus Sicht der Kapitalsuchenden stellt Crowd Investing eine Möglichkeit dar, ein kapitalintensives Startup durch Aufnahme von Fremdmitteln zu finanzieren. Die Investoren erwerben Unternehmensanteile und damit letztendlich einen Anspruch auf einen adäquaten Anteil am Gewinn des Unternehmens. Die Mindestlaufzeiten für Investitionsbeteiligungen liegen in der Regel im Bereich von fünf bis sieben Jahren. Der Anleger kann sein Engagement zum Ende der Laufzeit kündigen. Aber auch Startups sind berechtigt, Beteiligungsverträge aufzukündigen. Da es sich beim Crowdinvesting um die Investition in junge Startups handelt, sind Renditen in der Anlaufphase eher nicht zu erwarten.
Risikostreuung empfehlenswert
Ein besonders hohes Risiko für den Anleger besteht für Kapitaleinlagen in der Frühphase eines Startups. Auch ganz generell gilt die Faustregel: Crowdinvesting ist nichts für Anleger, die eine schnelle und gleichzeitig sichere Rendite präferieren. Eine Risikominimierung lässt sich durch Risikostreuung erreichen, indem das für Crowd-Investitionen verfügbare Kapital in mehrere Startups investiert wird. Wer nach sorgfältiger Prüfung der nach Investoren suchenden Startups und ihrer unternehmerischen Alleinstellungsmerkmale mit einer langfristig verfügbaren Investitionssumme planen kann und am langfristigen Erfolg interessiert ist, der findet im Crowd Investing ein interessantes, neues Betätigungsfeld.
